GRÜNE Regionalrat Köln

18. November 2011

GRÜNE Regionalratsfraktion auf Exkursion

Drittes Gleis und Eiserner Rhein

Am 3. Oktober 2011 besuchte die GRÜNE Regionalratsfraktion Köln den Hafen in Antwerpen. Die Exkursion hat deutlich gezeigt, dass ein Ausbau der Schieneninfrastruktur im Rheinland unabdingbar ist. Nicht nur ein drittes Gleis auf der Strecke Aachen-Köln ist nötig, auch eine Reaktivierung des „Eisernen Rheins“ sollte vorangetrieben werden.

Antwerpen

Das Interesse der Regionalratsfraktion am belgischen Hafen in Antwerpen ist nicht unbegründet: 34 Prozent des Containerverkehrs zwischen Antwerpen und europäischem Festland haben ihr Ziel oder ihre Quelle in Deutschland, 50 Prozent davon in Nordrhein-Westfalen. Es sind also riesige Warenströme, die vom Antwerpener Hafen aus über die Straßen und Schienen des Rheinlandes transportiert werden.

Der Schienentransport erfolgt dabei bis heute auf der sogenannten Montzenroute. In Aachen spaltet sich diese in zwei Trassen auf; eine in Richtung Mönchengladbach-Duisburg und eine in Richtung Köln. Insbesondere Letztere ist bereits heute fast an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Bettina Herlitzius, MdB und Mitglied der GRÜNEN Regionalratsfraktion Köln, und Gudrun Zentis, Mitglied der GRÜNEN Regionalratsfraktion Köln, sehen sich durch die Exkursion am 3. Oktober 2011 in ihrem bisherigen Engagement für ein drittes Gleis auf dieser Strecke bestätigt: „Die Entwicklungen in Antwerpen bekräftigen die Ergebnisse einer Studie, die unsere Regionalratsfraktion Anfang dieses Jahres in Auftrag gegeben hat. Wenn das durchgehende dritte Gleis zwischen Köln und Aachen nicht realisiert wird, gefährden wir den Bahnverkehr in der gesamten Region. Der Bau des dritten Gleises muss allerdings mit dringend erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke einhergehen.“

Neben dem Ausbau der Strecke Aachen-Köln, ist eine weitere Bahntrasse von großer Bedeutung für den Hinterlandverkehr des Antwerpener Hafens: der Eiserne Rhein – eine seit Jahren stillgelegte Strecke, die den Hafen Duisburg direkt mit dem Hafen Antwerpen verbindet. Aktuell gewinnt die politische Debatte um diese Bahnverbindung wieder an Brisanz. Die Bundesregierung hält bisher an einer Reaktivierung der Trasse mit ursprünglicher Streckenführung fest. „Diese wird von den Niederlanden aber abgelehnt, da sie durch das Naturschutzgebiet de Meinweg bei Roermond führt. Die Bundesregierung sollte hier als Vermittler auftreten und eine offene und lösungsorientierte Debatte über die Streckenführung initiieren – statt durch ihre Forderungen den Stillstand zu manifestieren“, sagt Bettina Herlitzius. Indirekt stärke das nämlich die deutschen Nordseehäfen. Der Transport von der deutschen Küste bis nach Nordrhein-Westfalen sei aber sehr viel teurer als von Antwerpen aus.

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