GRÜNE Regionalrat Köln

19. Mai 2011

Stau auf der Schiene

Das Schienennetz in Nordrhein-Westfalen – insbesondere im Rheinland – ist jetzt schon mehr als ausgelastet. Sowohl die Lage im Herzen Europas als auch des prognostizierte Wachstum des Schienengüterverkehrs werden zu weiteren Engpässen auch im Personenverkehr führen. Dies bestätigt ein Gutachten, das die GRÜNE Regionalratsfraktion Köln in Auftrag gegeben hat und das in der Regionalratssitzung am 1. April 2011 vorgestellt wurde.

„Es ist erstaunlich, dass sowohl die Bundesregierung als auch die Deutsche Bahn keine Priorität im Ausbau des Schienennetzes in NRW sehen“, sagt Bettina Herlitzius, Mitglied der GRÜNEN Regionalratsfraktion Köln und des Bundestages. Sie fordert schon lange beispielsweise ein drittes Gleis auf der Strecke Aachen-Düren, da hier der Zugverkehr in absehbarer Zeit an seine Grenzen stoßen wird. Bisher wird das aber von den Planungsverantwortlichen abgelehnt. Nun beweist ein von der GRÜNEN Regionalratsfraktion in Auftrag gegebenes Gutachten zum Schienenverkehr im Rheinland deutlich den Ausbaubedarf gerade auf dieser Strecke.

So verkehren hier heute schon in den Spitzenzeiten bis zu 16 Züge pro Stunde. Insgesamt fahren aus Belgien kommend täglich 127 Züge Richtung Köln und 128 Züge in die Gegenrichtung, 87 davon sind Güterzüge. Da die Wachstumsregion Rheinland mitten in Europa liegt und das Güterverkehrsaufkommen ungebremst steigen wird, ist bis zum Jahr 2015 mit einer Zunahme auf über 300 Güterzüge pro Tag zu rechnen. Die Studie der Ingenieursgruppe IVV Aachen sieht die Leistungsfähigkeit der Strecke bereits bei maximal 280 Zügen pro Tag. „Da ist Stau auf der Schiene vorprogrammiert“, konstatiert Bettina Herlitzius.

Am 1. April 2011 wurde die Studie in der Sitzung des Regionalrates Köln vorgestellt. Hier war bereits im Dezember 2011 eine Entschließung aller Fraktionen verabschiedet worden. Die Verantwortlichen aller Entscheidungsebenen sind demnach aufgefordert, die Schieneninfrastruktur im Regierungsbezirk Köln zu verbessern und für zukünftige Herausforderungen weiterzuentwickeln.

„Wir GRÜNEN werden uns dafür ganz besonders einsetzen, denn die drohenden Engpässe werden nicht nur dazu führen, dass der Schienenpersonennahverkehr leidet, sondern auch dazu, dass Güterverkehr zunehmend auf die Straße verlagert wird“, erklärt Rolf Beu, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Regionalratsfraktion Köln. Das könne nicht im Sinne einer ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region sein.

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